DIE GESCHICHTE DES LAGERPLATZES


2010
Das Nutzungskonzept zum Lagerplatzareal

Auf der Basis der Zukunftskonferenz und in Kooperation mit der in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossenen Mieterschaft arbeitet die Stiftung Abendrot das Nutzungskonzept aus, das im Juni 2010 einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Das Nutzungskonzept wird Grundlage für die Konsolidierung und Weiterentwicklung des Areals. Statt Abbruch und Neuüberbauung soll ein sanftes und nachhaltiges Wachstum die Stagnation der letzten Jahre ablösen. Der Lagerplatz in der Zentrumszone von Winterthur mit seinen Nischen für Kleingewerbe, Freizeit, Kunst und Kultur leistet einen wertvollen Beitrag zu echter Urbanität. Diesem bunten Mix mit all seinem Charme soll Sorge getragen werden. Es müssen aber auch neue Qualitäten geschaffen werden, die das Areal arbeits- und lebensfreundlicher, sozialer und ökologischer machen.

 






Das Nutzungskonzept Lagerplatz Winterthur (Stand Juni  2010) steht unten als Download (4 MB) bereit.

 


pdf Nutzungskonzept_Lagerplatz_10-2010.pdf

2009
Neue Besitzverhältnisse

Seit dem 1.1.2009 ist die Stiftung Abendrot aus Basel neue Besitzerin des Lagerplatzareals in Winterthur.

Anfang September 2009 führt die Stiftung Abendrot die „Zukunftskonferenz“ durch, an der 120 MieterInnen, NachbarInnen, PolitikerInnen, Mitarbeitende der Stadtverwaltung und der Stiftung Abendrot teilnehmen. Sieben Arbeitsgruppen bearbeiten die dort gesammelten Ideen und präsentieren sie am 4. November 2009 im Rahmen einer Ergebniskonferenz in der Alten Kaserne Winterthur. Der ArealVerein Lagerplatz übernimmt die Umsetzung gewisser Sofortmassnahmen und wird zum Partner der neuen Besitzerin.


2008
Konkretisierung der Verkaufsverhandlungen

Im Januar lanciert die Projektgruppe des ArealVereins eine Umfrage zu einer zukünftigen Betreibergesellschaft. Ein Grossteil der ansässigen 90 KMU sichert eine allfällige Beteiligung zu. Im Frühling wird ein neuer Gestaltungsplan veröffentlicht, worauf die Projektgruppe mit Hilfe eines Einwendungsverfahrens erreichen kann, dass die Möglichkeit, den Lagerplatz aus dem Bestand zu entwickeln, im Gestaltungsplan aufgenommen wird. Im Herbst 2008 werden die Kaufverhandlungen zwischen Abendrot und Sulzer/Post intensiviert. Die Mieterschaft richtet einen Appell an die Verhandlungspartner. Stadtpräsident Ernst Wohlwend engagiert sich im Namen der Stadt Winterthur ebenfalls für das Projekt Kauf Lagerplatz durch Abendrot.

Der Link zur Kaufdokumentation:


pdf Kaufdokumentation_AV_LP_110707.pdf

2007
Ein Platz und viele Begehrlichkeiten

Aus dem ArealVerein heraus konstituiert sich eine Projektgruppe zum Kauf des Lagerplatzes. Ein Projektleiter wird engagiert und ein Projektsekretariat eröffnet. Die Mieterschaft auf dem Lagerplatz spendet circa CHF 30 000 in den Projektfonds. Bis Mitte 2007 finden verschiedene Kontakte zur Stadt und zu Sulzer Immobilien statt. Im Juli 2007 wird mit der Stiftung Abendrot eine Investorin gefunden, die interessiert ist, den Lagerplatz zu erwerben. Sie unterbreitet Sulzer/Post im August ein erstes Kaufangebot. Im Herbst 2007 stellen Sulzer/Post und die Stadt jedoch das Siegerprojekt aus einem Architekturwettbewerb vor, das vorsieht, den gesamten Lagerplatz neu zu überbauen.

 


2006
Die Mieterinnen und Mieter auf dem Lagerplatz organisieren sich

Die unterdessen rund 100 Mieterinnen und Mieter, die zu rund 70 Prozent der Kreativindustrie und dem Freizeitbereich angehören, schliessen sich im Januar 2006 als Interessengemeinschaft im ArealVerein Lagerplatz zusammen.

 



Ab Mitte der 90er Jahre

Die ersten ZwischennutzerInnen mieten sich in den leer stehenden Hallen, Werkstätten und Laboratorien des Lagerplatzes ein. In diese Phase fällt der Verkauf eines Teils des Lagerplatzareals an die Post, die in der Ostschweiz ein neues Verteilzentrum realisieren will. Schliesslich entscheidet sich die Post jedoch für Frauenfeld als dessen neuen Standort, womit ihre Liegenschaften auf dem Lagerplatz an strategischer Bedeutung verlieren.

 


1988
Kein Stein bleibt auf dem anderen – Das Sulzerareal Stadtmitte und damit auch der Lagerplatz werden als Produktionsstandort aufgegeben

Tito Tettamanti steigt als Aktionär bei Sulzer ein. In den folgenden Jahren werden einzelne unrentable Konzernbereiche aufgelöst, andere verkauft. Schliesslich wird das Gründungsareal des Konzerns (Sulzerareal Stadtmitte) als Ort der Produktion aufgegeben. Zu dieser Zeit beschäftigt Sulzer erstmals mehr MitarbeiterInnen im Ausland als in der Schweiz.

 


1969
Übernahme der Maschinenfabrik Escher Wyss AG, Zürich

Die Mitarbeiterzahl liegt nun bei über 30000.


1980
Reorganisation des Sulzer Konzerns

Ein Präsidialsystem wird eingeführt, gleichzeitig beginnt die Dezentralisierung des Unternehmens Fuss zu fassen.

 

1984
Sulzer erleidet wirtschaftliche Verluste

Durch den weltweiten Wettbewerb und die beginnende Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer gerät der Konzern in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

 


Ab 1920
Wachstum zum internationalen Konzern

In dieser Wachstumsphase wächst das Unternehmen stetig und breitet sich im heutigen Sulzerareal Stadtmitte weiter aus.

1939 – 1945
Stellenabbau im 2. Weltkrieg

Die Produktion sinkt um 2/3, ein massiver Stellenabbau ist die Folge.

Ab 1950
Immigration von Arbeitern aus Südeuropa

Durch die steigende Produktion und neue Unternehmensbereiche für Energie, Anlagentechnik und Textilmaschinen braucht der Sulzer Konzern neue Produktionsmitarbeiter. Diese rekrutiert er vor allem in Italien.

1961
Übernahme der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM, Winterthur

1834
Gründung des Unternehmens "Gebrüder Sulzer, Giesserei" in Winterthur

Das erste Gebäude des jungen Unternehmens wird an der Zürcherstrasse (heutiges Sulzerareal Stadtmitte) erbaut. Produziert werden Feuerspritzen, Pumpen und Apparate für die prosperierende Textilindustrie.

1839
Sulzer baut die erste Dampfmaschine in Winterthur

1867
Sulzer nimmt an der Weltausstellung in Paris teil

1898
Bau des ersten Sulzer-Dieselmotors in Zusammenarbeit mit Rudolf Diesel

Sulzer hat zu dieser Zeit bereits knapp 3000 Mitarbeitende und Verkaufsbüros in Mailand, Paris, Kairo, London, Moskau und Bukarest.

 


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